In der Schuld der Anderen

 Bei Menschen, die der Meinung sind, erzählen zu müssen welchen maßgeblichen Beitrag sie für uns und unser Leben geleistet haben und Freunde die Dankbarkeit und Fürsorge erpressen möchten, indem sie erzählen was genau sie schon alles getan haben, scheint irgendwie nicht angekommen zu sein, dass man so etwas nicht macht.

Oder auch Elternteile, die sich, trotz mangelnder Aufmerksamkeit für ihr Kind, damit rühmen müssen, dass sie schon immer wussten das „Etwas“ aus ihrem Kind wird. Und das es genau das Richtige war, was sie damals taten, sonst wäre das Kind nie so gut geworden.

Irgendwie ekelhaft…als hätte das Kind keinerlei eigenen Antrieb gehabt. Und keinerlei Eigenleistung vollbracht.

Menschen, die einen bedeutenden Beitrag geleistet haben, müssen das nicht erwähnen. Es wird viel eher darauf vertraut das alles irgendwie auf Gegenseitigkeit beruht. Man wird sich sicherlich dafür erkenntlich zeigen. Nur das WIE, liegt in der Hand eines jeden Einzelnen.  Es gibt nicht die „richtige“ Art es zu zeigen. Und zumindest in einer Freundschaft gibt es auch kein „Wiedergutmachen.“

Bedeutenden Menschen, sei das nun rein beruflicher Natur oder auch freundschaftlich und familiär, darf man ruhig ab und zu mal mitteilen, wie sehr man sie oder etwas was sie tun, wertschätzt.

„Dein Wissen und dein Support waren für mich und meinen beruflichen Lebensweg entscheidend. Ohne dich wäre ich nie soweit gekommen. Danke! „

„Du bist einfach ein guter Chef, deine direkte und ehrliche Art machen es mir leicht für dich zu arbeiten.“

Manchmal ist es aber auch nur eine kleine Geste, mit welcher man Wertschätzung einem Menschen gegenüber offenbart. Zwei Stunden Autofahrt um die älteste Freundin die man hat, mal kurz zu sehen. Weil sie die Welt bedeutet.  Nur würde man das seiner Freundin doch nachher nicht noch vorhalten. Sie weiß doch wo man wohnt und wie lange die Fahrt dauert. Weniger labern, mehr machen.

Vielleicht mag ich in mancher Hinsicht eigen sein, weil ich Menschen nicht mag, die mir unter die Nase reiben müssen, was sie schon alles für mich getan haben. Ich verbringe einfach viel lieber meine Zeit mit Menschen, die mir das nicht erzählen müssen. Weil sie mich kennen. Und darauf vertrauen, dass ich sie in höchstem Maße wertschätze.

Ich darf mich eine glückliche Person nennen, denn ich habe viele solcher Menschen um mich herum.

Dennoch wird es im Leben immer Menschen geben, die ihre erbrachte „Leistung“ nochmal erwähnen müssen. Fürsorge, Support, Hilfe, Wissen das geteilt wurde und nun eingefordert werden muss.

Man kann nicht in den Kopf eines jeden hinein schauen und dadurch auch nicht verstehen, welche Gründe es dafür gibt. Vielleicht gab man solchen Menschen nicht genug das Gefühl wichtig zu sein. Vielleicht ist es einfach nur eine Charakterschwäche.

Letzten Endes ist es einfach keine schöner Zug, einem anderen Menschen vor zu halten, was man alles für ihn getan hat. Egal aus welchem Grund. Und schon gar nicht weil man etwas dafür zurück haben möchte.

Leider führt es bei persönlich, zu nichts weiter als Abneigung. Mit jedem Mal, ist es ein kleiner Schnitt, der mich von solchen Leuten trennt.

Wer fordert und erpresst, verliert am Ende mehr als er gewonnen hat.