Mainz ist ein Drecksloch. „Ja, meins auch.“

Leben in Mainz ist schon schön. Ich liebe die Neustadt und all ihre Kreativität. Da haben wir nicht nur ausgefallenes Essen, das über die Speisekarte einer Dönerbude hinaus geht (Wobei die auch nicht zu verachten sind!), wie zum Beispiel beim Schrebergarten, Möhrenmillieu und Néis.

Oder Kreativ-Werkstätten wie Klotz&Quer, Luups und Bukafski, wo Meinewenigkeit sich mit seinen Wildkindern durchaus sehr zuhause fühlt.
Viele junge Leute, viele junge Ideen, jede Menge Inspiration, Party und Grillen am Rhein.

Doch natürlich hat das ganze eine Kehrseite. 

Wie wahrscheinlich fast jede Stadt, kann auch Mainz in etlichen Bereichen verdammt uncool sein. Da existieren keine Hipster, sondern in die Jahre gekommene Hausfrauen mit Sandalen und einer neuen Lebensaufgabe. Oder junge Helden die es eigentlich mal zur Polizei schaffen wollten.

Das liebe Ordnungsamt.

Wenn man sie braucht, weil die eigene Ausfahrt so blockiert ist, dass man das Grundstück nicht mehr verlassen kann, am End´auch noch an einem Sonntag, kann man es schlicht vergessen das Ordnungsamt zu erreichen. Und dann gibt es solche Sonntage wie heute, da stehen ganze drei Schnitten in Gelb in unserer Straße und schaffen Ordnung. Mit ganzen vier Abschleppwagen.

Warum?

  • liegt es daran das wir eine Veranstaltung in Mainz haben? Einen Marathon, welcher nicht durch die Lessingstr. führt?
  • liegt es daran das man die Einbahnstraßenregelung für die Lessingstr., laut Aussagen einer Ordnungsmitarbeiterin,  aufheben will?
  • Welche Schilder haben darauf hingewiesen das heute die Einbahnstraßenregelung aufgehoben wird? Und welche Schilder weißen nun darauf hin das hier nun keine Einbahnstraße mehr ist?
  • Welche Schilder sagen denn im Mainzer Schilderwald, das man nun, nachdem man vier Wagen abgeschleppt hat, hier auch kein weiterer Wagen mehr parken sollte? Denn die Lücken werden just in diesem Augenblick wieder besetzt.
  • Und warum ist es OK das die Fahrbahn 20 Meter weiter vorne ebenso eng ist, wie an der Stelle, an welcher man zuvor die parkenden Autos abgeschleppt hat?
  • Und man habe uns doch vorgewarnt? Heute morgen um 5:30 Uhr?

Ganz ehrlich? Gehts noch?

280 Euro ärmer beginnt unser Sonntag mit 300 Puls. Und was kann man dagegen tun? Nichts? Naja, schreiben kann ich. Aber das hilft am Ende auch nur bedingt. 280 Euro ist viel Geld. Zumindest wenn, wie hier in Mainz, das meiste meines Geldes in eine schlechte 60ziger Jahre Wohnung fließt, in einen Anwohnerparkausweis, in die Knöllchen wenn dieser wieder nicht lesbar war oder in die Hundesteuer, die mit 180 Euro pro Jahr einer der teuersten dieser Umgebung ist.

Gut, ich bin sauer und ganz sicher stelle ich die Dinge auch etwas überspitzt dar. Aber wenn sich dann noch der Mann vom Ordnungsamt und der Typ vom Abschleppdienst, freudig per Handschlag und mit Umarmung begrüßen, frage ich mich schon was die Scheisse soll.

Schätze ich suche mal eben die nächsten fünf Jahre nach einem Haus in der Umgebung.

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Kreativkopf // Sturkopf // manchmal Schwachkopf // Querkopf // IT-Kopf