Und bei mir so?

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.
by Laozi

Also, eigentlich habe ich mal eine Lehre als Verkäuferin im Einzelhandel abgeschlossen. Und irgendwie kam es dann, dass ich bei diesem Computerkram gelandet bin. Wie konnte das nur passieren? Und was mach ich nun so? So mit Kind? Lernen!

Manchmal geht es ganz schnell. Zumindest so im Nachhinein betrachtet. Währenddessen fühlt es sich eher so slow-motion an. Das verflixte siebte Jahr und eigentlich hatte ich gerade meinen Job gekündigt um mit ihm zusammen ein wenig zu Reisen. Nu‘ ja. Ich dann halt so Job weg, Mann weg und Freunde waren dann auch irgendwie fast alle weg.

Allerdings bringt so ein Vollverlust mit sich, dass man komplett neu anfangen kann. Quasi mit allem. Auch mit der Arbeit. Ich traf auf jemanden, der mir den Beruf des Content Managers beibrachte und mich einstellte. Irgendwann landete ich dann bei einer Fluggesellschaft in der IT Abteilung und traf dort auf meinen neuen Ehemann. Zack. Wir dürfen uns inzwischen „Eltern“ nennen und während er als freiberuflicher Webentwickler zuhause am Rechner arbeitet, benutze ich mein Gehirn nur noch zur Koordinationszwecken. Was geht beim Kind? Essen, schlafen, umziehen, wieder vollkotzen, erneut umziehen, baden und ab ins Bett.

Ja, sie ist noch klein. Aktuell hat sie acht Monate auf dem Buckel und übt das Krabbeln.

Und was mach ich wenn um halb neun der Hammer fällt und ich endlich Feierabend  habe? In aller Regel etwas Sport am Rudergerät um mein Erscheinungsbild vor dem Verfall zu retten.

Aber was macht man für das Gehirn?

Ich finde es wichtig mein Gehirn ebenso wie meinen Leib zu trainieren. Es auch vor dem Verfall zu schützen.

Nach meiner Zeit als Filialleitung einer Modekette, fiel mir auf, dass mein Kopf wirklich aus dem Training ist. Also eigentlich beinhaltet der Beruf auch Teile die Denken erfordern. Aber der größte Teil ist und war wohl eher das machen. Gestalten, umbauen, auspacken, sichern, präsentieren, aufräumen, sauber machen, Ware annehmen, Pläne schreiben. Machen.

Als ich nun begann am Rechner zu arbeiten, schaffte ich in den Anfangszeiten gerade mal zwei Stunden. Dann musste ich aufhören und tatsächlich erst mal schlafen. Teilweise musste ich dabei wirklich über mich selbst lachen. Später bin ich ganze Wochenenden vor dem Rechner versackt um irgendwelche Webseiten zusammen zu klicken.

Das Gehirn braucht halt Training.

Jetzt mit Kind und Kegel ist es wirklich schwierig, den Verstand bei Laune zu halten. Das Hamsterrad fordert all abendlich seinen Tribut und ich bin meistens froh, hinter der Klotze zu versacken und meine Bildung auf das Schauen von YouTube Videos zu beschränken.

Aber irgendwie reicht das nicht, es erfüllt mich nicht.

Ich hatte mal begonnen Java Script zu lernen. Das war wirklich eine Nummer zu groß. Denn es fehlt noch jede Menge Basis Wissen. Und genau das hole ich jetzt nach. Und wenn mich dann wieder jemand fragt warum ich denn sowas, um Gottes willen, lernen will: Weil ich es kann!

Ich möchte als Mutter, die den ganzen Tag für Kind, Hund und Mann arbeitet (und er im übrigen für Kind, Hund und Frau) lernen wie ich eine Webseite von Grund auf baue. Wie ich einen lokalen Server aufsetzte und MAMP benutze. Wie ich meinen HTML Code mit CSS verfeinere und das ganze lerne ich in Englisch.

Einen Abend Training für die Gehirnmasse und am nächsten Abend Training für die Konstitution. Und weil es soviel Spaß macht, werde ich über das gelernte auch schreiben und Screenshots zum aktuellen Stand beifügen.

Gelernt wird wie immer auf Teamtreehouse.com .

So, und jetzt muss ich stillen und dann geht es ab ins Bett.